Bommeln sind ein einzigartiges Merkmal der Araucana

Bommeln machen Hühner einzigartig

Als Hühner aus Südamerika kennen wir eigentlich nur die Araucana und ihnen nah verwandte Züchtungen. Deren Ursprung ist vermutlich nicht mehr abschließend zu ermitteln. Mit ihren Merkmalsvarianten und Eigenheiten sind sie aber in allen Spielarten interessant. Dabei sind die Bommeln besonders einzigartig.

Was sind Bommeln?

Auf Warzen seitlich an beiden Kopfseiten sitzen längere Federn, die wir als Federquasten oder Bommeln bezeichnen. Im Ideal sind diese Federn an beiden Seiten gleichmäßig und symmetrisch geformt. Auch in der Größe sollen sie möglichst harmonisch zueinander passen. Bei der Bewertung steht die Harmonie im Mittelpunkt. Dazu müssen die Bommeln beidseitig vollständig ausgeprägt sein. Unfertige oder mausernde Tiere führen in dem Fall schnell zu falschen Schlüssen.

Bommeln in der Zucht

Bevor die Zucht mit den Araucana begonnen wird, sollten Informationen und Kenntnisse eingeholt werden. Dies gilt zwar generell bei jeder Hühner- und Zwerghuhnrasse sowie allen Gattungen des Rassegeflügels, bei manchen Züchtungen aber im Besonderen. Das Gen, welches für die Bildung der Bommeln verantwortlich ist, entstammt einer Mutation. Zudem haftet ihm eine Letalität an. Treffen dann in der Zucht zwei Merkmalsträger aufeinander, sterben die Embryonen ab. Dies geschieht meist im Endstadium der Brut. Die logische Folge daraus ist, dass Merkmalsträger nicht miteinander verpaart werden.

Vielfalt an Varianten

Typ, Kamm und Schalenfarbe der Eier – so lassen sich die Gemeinsamkeiten aller Züchtungen zusammenfassen. Merkmale wie Schwanzbefiederung, Schopf oder Bart unterscheiden die einzelnen Rassen. Heute kennen wir die Ameraucana, die seit 1984 im US-Standard verankert sind. Diese haben immer einen Schwanz und Bartbildung. Bommeln sind bei ihnen jedoch nicht zu finden und gelten sogar als grober Fehler. In Europa kennen wir mit den Englischen Araucana eine ähnliche Züchtung. Diese besitzen ebenfalls immer Steuerfedern, Bart und zudem einen kleinen Schopf auf dem Kopf.

Die Hauptform der Zuchtrichtung sind natürlich die Araucana, die dabei immer schwanzlos sind. In den meisten Ländern werden bei ihnen zu Ausstellungszwecken auch die Bommeln zwingend verlangt. Zudem ist die Bartbildung nicht überall erwünscht oder gestattet. Mitunter ist ausschließlich eine Bommelbidung ohne Bart zugelassen.

Merkmalsvielfalt in Deutschland

Letzterer Fall schließt die Nicht-Merkmalsträger, also Tiere ohne Bommeln und Bart, von der Bewertung aus. Für die Zucht werden sie aber benötigt. Dies ist auch in Deutschland und einigen Nachbarländern der Fall. Allerdings kam hier der Bart noch ins Spiel. Aus der anfangs spärlichen Bartbildung entwickelte sich durch intensive Zucht bald eine volle Bartbildung. Tiere mit Bart sind sowohl mit als auch ohne Bommeln zugelassen. Leider verschob sich damit aber auch der Zuchtschwerpunkt von der Bommelbildung zur Bartbildung. Bommeltiere wurden sogar zu Raritäten.

Besondere Merkmale fördern

Inzwischen hat sich der Fokus bei den Araucana und Zwerg-Araucana wieder ein wenig zugunsten der Bommeln verschoben. Eine vermehrte und intensive Förderung dieses einzigartigen Merkmals sollte aber noch mehr in den Vordergrund rücken. Zudem sollten irgendwann in allen anerkannten Farbenschlägen auch Bommeltiere vorhanden sein.

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