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Altenburger Trommeltaube – Taube mit einzigartiger Stimme

Viele Namen der Rassetauben verweisen auf ein Merkmal, das einst vorhanden war und verschwand. Bei den Altenburger Trommeltauben trifft es nicht zu, denn sind sie bis heute mit ihrer einzigartigen, langanhaltenden Wack-Wack-Trommelstimme zu hören.

Die Familie der Trommeltauben

… bietet eine große Variation im äußeren Erscheinungsbild. Ob mit Latschen, Hauben oder anderen Kopffederstrukturen, glattfüßig oder glattköpfig für jede Vorliebe ist etwas dabei. Zu den etwas schlichteren Trommeltauben zählt wohl die Altenburger Trommeltaube und das wohl nicht zu ihrem Nachteil. Die Altenburger Trommeltaube ist die beliebteste Trommeltaubenrasse im BDRG mit insgesamt 827 Zuchten (Zuchttierbestandserfassung 2023).

Grund dafür ist sicher die Kombination aus Trommelstimme, angenehmen Wesen, Farbenvielfalt und Zuchtfreudigkeit.

Altenburg als zentraler Platz der Trommeltaubenzüchter

Altenburg war der zentrale Platz für Trommeltaubenzüchter, sodass bereits 1814 Taubenmärkte durchgeführt wurden. Im Jahr 1912 wurde bereits der Sonderverein für Schmöllner und Altenburger Trommeltauben gegründet, welches auch das heutige Gründungsdatum des Sondervereins der Trommeltaubenzüchter ist.

Populär war auch seit 1876 der Altenburger Ross- und Taubenmarkt jeden dritten Samstag im Februar, sodass es im Jahr 1923 zu einer tatsächlichen Trennung der Rassen und eine Wiedergründung mit der Vereinigung der Züchter Altenburger Trommeltauben mit Sitz in Altenburg kam.

Nach zunächst Unstimmigkeiten über die Vielfalt und das Aussehen der Trommeltauben schafften die Trommeltaubentage im Jahr 1925 Klarheit und eine Klassifizierung, sodass 1927 die Musterbeschreibung der Altenburger Trommeltauben vom BDRG anerkannt wurde. Eines war dem SV aber bereits davor klar: das Trommeln nimmt eine besondere Priorität ein.

Kräftige Taube mit Feldtaubenfigur

Trotz Standardvorgaben waren die Tauben im Aussehen noch nicht einheitlich. Immer wieder traten kleine Hauben und Nelken auf. Früh wurde aber eine kräftige Taube gewünscht und eine Anpassung der Ringgröße von Größe III auf IV erfolgte früh. Die heutige Musterbeschreibung fordert nach wie vor eine kräftige Taube in Feldtaubengestalt mit fast waagerechter Haltung, hochstirnigem Kopf, welche glattfüßig ist und eine langanhaltende und klare Trommelstimme zeigt.

Sicher ist neben der Trommelstimme, der Kopf mit der vollen Stirn ein Markenzeichen der Altenburger. Die Stirn ist breit und steil ansteigend, sodass der höchste Punkt bereits vor dem Auge ist, ehe ein abfallender Scheitelverlauf in den Nacken führt. Perlaugen mit einem zarten Augenrand werden bei den Altenburger Trommeltauben gefordert. Viel Rot in der Iris gilt als grober Fehler. Ein mittellanger Schnabel mit unauffälligen Nasenwarzen rundet das Bild des Altenburger-Kopfes ab. Die Schnabelfarbe orientiert sich dabei am Farbenschlag.

Altenburger Trommeltauben zeigen eine unglaubliche Farbenvielfalt

Über 80 Farbenschlägen zählt die Rasse heute und hin und wieder kommt eine hinzu. Besonders beliebt und in hoher Qualität sind die Blauen mit schwarzen Binden oder die Einfarbigen. Unangefochtener Platz Nummer eins sind aber die Erbsgelben (Gelbfahlen) mit ihrer zarten Grundfarbe und der schönen satten Farbe im Hals und in den Binden. Ansonsten sind fast alle Farbenschläge und Zeichnungsvarianten vertreten: von Einfarbigen, Bindigen, Fahlen und Gehämmerten bis zu Mehllichten, Gelerchten, Andalusierfarbigen, Schimmeln, Weißbindigen und Weißgeschuppten. Auch Gescheckte, Getigerte, Muselköpfe und Weißköpfe bzw. Gemönchte sind alles attraktive Zeichnungsvarianten.

Altenburger Trommeltauben sind unkompliziert

Nicht zuletzt erfreuen die Altenbuger durch ihre unkomplizierten Haltung und Pflege sowie ihre Zuchtfreudigkeit. Wer Interesse an dieser Rasse bekommen hat, wird durch den Sonderverein der Altenburger Trommeltauben einen guten Ansprechpartner finden.

Text: Kutsche; Fotos: Bauer, Hellmann, Köber, Oehm

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