Erst seit 2006 sind die Javanesischen Zwerghühner vom BDRG anerkannt, und dennoch sind sie bei den Großschauen in einer nicht zu kleinen Zahl vertreten. Woran liegt das? An der Arbeit einer aktiven Interessengemeinschaft, die viel Arbeit in die Verbreitung der Rasse und die lückenlose Aufklärung, der doch längeren Rassegeschichte, inverstiert.

Herkunft und Ursprung

Die Javanischen Zwerghühner gehen auf die Rassegruppen der Rapanui (Osterinsel), die Geflügelpopulation Ozeaniens, und der Olmec, die Geflügelpopulation des südamerikanischen Hochlandes, zurück. Diese stammen von domestizierten Hühnern aus Indonesien, wobei bereits die genetische Verwandtschaft zu einigen indonesischen und japanischen Rassen bewiesen wurde. Zu dieser Rassegruppe der Rapanui/Olmec gehören die Quechua, Quetro, Callonca und die Callonca de Artes, eine Rassenkreuzung aus den letztgenannten Rassen, aus denen sich neben den Araucana, eben auch die Javanischen Zwerghühner entwickelten.  

Rasseentwicklung

Aufgrund des Seuchenschutzes durften die zahlreichen ausgestellten Tiere der 1915 in den USA stattgefundenen Panama-California-Exposition nicht zurück in ihre Herkunftsländer. Darunter waren auch zahlreichen Hühner, die anschließend sowohl im San Diego Zoo präsentiert als auch im Balboa Park freigelassen wurden. Es entstand eine bis 1986 freilebende Hühnerpopulation, welche sich auch mit importierten Bankiva-Hühnern kreuzte. Hunecke importierte aus der übriggebliebenen Zoopopulation Bruteier und vermehrte diese in Deutschland weiter. Bekannte und befreundete Familien erhielten Nachzuchttiere. So erhielt auch der Pfarrer Charles Keller einige türkisfarbene Bruteier und stellte die Nachzuchten erstmals 1996 in Straßburg aus. 1998 wurden sie in Frankreich als Javanaise anerkannt. Einen zweiten Bruteiimport aus dem San Diego Zoo über Kanada nach Deutschland ist bekannt.

Deutsche Buschhühner

Zudem unternahm bereits der ostpreußische Alfred Muntau seit 1900 ein Zuchtversuch, mit der Idee, ein Wildhuhn zu züchten, welches den mitteleuropäischen Klima trotzt. Bruteier von Wildhühnern und Landzwergen erhielt er von den Gebrüdern Heck (Zoologischer Garten Berlin & Tierpark Hellabrunn). Die später als „Muntauschen Buschhühner“ bezeichneten halbwild-lebenden Populationen ähnelten den heutigen Javanesischen Zwerghühnern sehr.

Rassenmerkmale

Javanesische Zwerghühner zeigen eine schlanke Figur mit gestreckter Rückenlinie, welche fast gerade in die Schwanzpartie übergeht. Die Schenkel sind gut sichtbar. Die Läufe sind weidengrün. Hauptrassemerkmal ist die Fünfzehigkeit. Die fünfte Zehe sitz oberhalb der Hinterzehe und deutlich von ihr getrennt.

Der Kopf ist klein und wird von einem kleinen Erbsenkamm geziert. Die Kehllappen sind wenig ausgeprägt, dafür ist eine Kehlwamme vorhanden.

Eierschalenfarbe und Gefiederfarbe

Wie auch bei den Araucana wird die Eierschalenfarbe als türkisblau bezeichnet. Grund für die Farbe ist der Einbau von Biliverdin in die Eierschale, welches ein Blutabbauprodukt bzw. ein Gallenfarbstoff ist.

Anerkannt sind die Rebhuhnfarbigen und Wildfarbigen, wobei die Orangehalsigen zur Anerkennung stehen. Jedoch sollte in der Zucht die Farbe nur eine untergeordnete Rolle spielen, da Fünfzehigkeit, Erbsenkamm, Eierfarbe und Bruttrieb vordergründig zu beachten sind.

Wer Interesse an diesen außergewöhnlichen Zwerghühnern hat, findet mit der im Jahr 2022 gegründeten Interessengemeinschaft Javanesische Zwerghühner einen guten Ansprechpartner.

Text: Kutsche; Fotos: Kruppert, Schellschmidt, Wolters