Das Gros unserer Entenrassen stammen von der Stockente (Anas platyrhynchos) ab. Eine Ausnahme bilden die Warzenenten, auch Flugenten oder Stummenten genannt. Sie gehen auf die Moschusente (Cairina moschata) zurück, die als einzige heute lebende Art der Gattung Cairina gilt.

Verbreitung

Die Moschusente stammt aus Mittel- und Südamerika. Ihr Verbreitungsgebiet reicht vom Südwesten Texas bis ins nördliche Uruguay und Argentinien.

Lebensraum und Brutverhalten der Moschusente

Sie bewohnen vorallem tropische Wälder in der Nähe von Seen, langsam fließenden Gewässern und Sumpfgebieten.

Dort brüten sie überwiegend in Baumhöhlen oder nutzen verlassene Horste anderer Vogelarten. Das Gelege besteht aus 8 bis 20 hellgrauen bis hellgrünen Eiern. Die Brutdauer beträgt 35 Tage. Nach dem Schlupf verlässt die Ente das Nest, worauf die Küken mit einem Sprung in die Tiefe folgen. Mit Entwicklung der Schwingen baumt die Ente mit den Küken auf. Insbesondere die Weibchen besitzen eine ausgesprochene Flugfähigkeit sowie scharfe Krallen. Dies kommt ihnen insbesondere beim Aufsuchen höher gelegener Schlafplätze in der Dämmerung zugute.

Die Nahrung besteht aus Pflanzen von Land- und Wasserstandorten sowie aus Insekten und kleinen Wirbeltieren.

Aussehen und Merkmale der Moschusente

Das Gefiederkleid ist schwarz mit starkem Grünglanz. Beide Geschlechter zeigen einen weißen Spiegel. Jungtiere erhalten ihr adultes Gefieder erst mit dem zweiten Lebensjahr. Einjährige Tiere sind schwarz, wobei der auffällige Grünglanz oft noch nicht stark ausgeprägt ist. Brust- und Bauchgefieder erscheinen noch braun. Der Weißanteil entwickelt sich erst mit dem Erreichen des Adultgefieders und nimmt dann stetig zu. Charakteristisch sind die unbefiederten Gesichtspartien mit der schwarzen Gesichtswarze. Zudem weisen sie eine aufstellbare Federhaube auf.

Auffällig ist der Geschlechtsdimorphismus, der jedoch bei ihren domestizierten Verwandten meist noch stärker ausgeprägt ist. Die Moschuserpel kommen auf ein Gewicht von ca. 3 kg, die Enten liegen bei ca. 1,6 kg.

Moschusente_Erpel Kopfstudie
Foto: Hötzel

Moschusente oder Warzenente-Kreuzung? So erkennen Sie den Unterschied

Häufig werden in kleineren Tierparks oder auf Ausstellungen Tiere als Moschusenten gezeigt, die jedoch erkennbar Kreuzungen zwischen der Wildform und der domestizierten Warzenente darstellen. Hinweise für Kreuzungen sind, wenn das schwarze Gesichtsfeld rot durchsetzt und stark warzig erscheint. Auch Farbabweichungen vom schwarzen Schnabel und Schnabelbohne sowie Lauffarbe und Schwimmhäuten deuten auf eine Kreuzung hin. Darüber hinaus zeigt die Wildform lediglich während der Legephase einen leicht ausgeprägten Legebauch. Eine ausgeprägte Wammenbildung gelten neben stark wuchtigen Tieren als deutliche Hinweise für nicht artreine Tiere.

Haltung und Fütterung der Moschusente

Die Wildform wird heute im Gegensatz zur Hausform nur selten gehalten. Lediglich in einigen Zoos und Tierparks werden sie gezeigt. Zur Zuchttierbestandserfassung wurden 4 Zuchten im BDRG gemeldet.

In der Haltung sind Moschusenten nicht allzu anspruchsvoll. Eine großzügige Wasserfläche sowie ein grasbewachsener und strukturreicher Auslauf sind für die Haltung von Vorteil. Moschusenten grasen gerne und nehmen darüber hinaus nicht nur in ihrer Heimat gerne Insekten, kleine Krebstiere und Frösche auf. Grünfutter wie Salat und Vogelmiere kann bei fehlendem Auslauf zusätzlich angeboten werden. Hochwertiges Wasserziergeflügelfutter kann zudem gefüttert werden. Zu empfehlen ist die Haltung von einem Erpel und mehreren Enten, da sie nicht monogam leben. Mehrere Erpel sollten nur bei ausreichend Platzangebot gemeinsam gehalten werden. Revierkämpfe wären sonst vorprogrammiert.

Text Kutsche; Fotos: Dangela, Hötzel