1 Half Banner Top

2 Full Banner Top / 3 Super Banner Top

VZV-Bundestagung 2015

06.10.2015

© André Mißbach

Die Züchter während der Führung in der Adlerwarte Berlebeck

Bildergalerie: VZV-Bundestagung 2015

Vom 26. bis 28. Juni fand die 38. Bundestagung  des  VZV  in  Lügde  statt,  einer idyllischen Kleinstadt an der Grenze zu Niedersachsen,  unweit  der  Externsteine  und des Hermanndenkmals.

Hervorragend organisiert wurde die Tagung von Christa und Josef Rüsenberg, der dem  SV  der  Phönix,  Zwerg-Phönix  und Onagadori vorsteht. Der Westfälische Hof bot beste Bedingungen für die Gesprächsrunden am Samstag, den Züchterabend und die JHV.

Bereits am Freitag stand ein Besuch im Rathaus  auf  dem  Programm.  Der  Lügder Bürgermeister  Heinz Reker  gab  den  Besuchern einen Einblick in die Geschichte der Stadt  und die  tiefgreifenden Veränderungen der letzten Jahre. Durch den Bau einer Umgehungsstraße  mit  Tunnel  wurde  die historische Innenstadt vom massiven Verkehr befreit und bewohnerfreundlich umgestaltet. Im Anschluss entführten die Gastgeber die bereits angereisten Teilnehmer zu einem Stadtrundgang durch das historische aber auch neue Lügde. Mit dem Emmerauenpark, der entlang des Flusses Emmer über dem Tunnel der Umgehungsstraße verläuft, entstand ein neuer Treffpunkt für Jung und Alt. Daneben ist Lügde als Stadt der Osterräder weltbekannt. Seit mehr als 1 000 Jahren werden jährlich zu Ostern mit Stroh ausgestopfte Holzräder angezündet und vom Osterberg hinabgerollt.

Am Samstagvormittag war dann die Adlerwarte Berlebeck das Ziel der Tagungsgäste. Als artenreichste Greifvogelwarte Europas beherbergt die Anlage 46 verschiedene Arten mit insgesamt über 200 Tieren. In einer Vorführung zeigten einige Exemplare ihre beeindruckenden Flugkünste.

Mitgliederwerbung wichtiger denn je

Am Samstagnachmittag stand der fachliche Teil  auf  dem  Programm.  Zur  Eröffnung konnte Vors. Karl Stratmann 30 Teilnehmer begrüßen. Er gab eine kurze Einleitung zu den zwei Fachthemen, die sich mit der Mitgliederwerbung und der Zusammenarbeit mit Naturschutzverbänden beschäftigten, bevor die einzelnen Gruppen in die Diskussion gingen. Die 1. Arbeitsgruppe unter Leitung von Thomas Müller befasste sich mit dem Thema „Erhaltung der biologischen Vielfalt – Gibt es Schnittmengen zwischen uns Rassegeflügelzüchtern und den Naturschutzverbänden?“
In gleichem Maße, wie die Naturschutzverbände die biologische Vielfalt schützen und erhalten wollen, bewahren die Züchter die Vielfalt der domestizierten Rassen. Diese stellen lebendes Kulturgut dar, doch die Unterstützung  zum  Erhalt  bleibt  staatlicherseits meist nur ein Lippenbekenntnis.Andererseits müssen wir uns selbst hinterfragen, ob unser Tun, das Streben nach Erfolg und die „Formung der Natur“ nach eigenem Geschmack, von außen positiv gesehen werden können. Wir werden in der Öffentlichkeit  zu wenig wahrgenommen, verstehen es derzeit nicht die positiven Aspekte  ausreichend  zu  vermitteln.  Da  uns auch eine einflussreiche Lobby fehlt, liegt der Gedanke nahe nach Verbündeten mit ähnlichen  Interessen  zu  suchen.  Ob  und wieweit das mit den Naturschutzverbänden (bzw. einem der großen Verbände) gelingt, soll seitens des VZV geprüft werden.

Die 2. Arbeitsgruppe befasste sich unter der Leitung von Uli Freiberger mit der „Mitgliederwerbung in den Vereinen – Wie können wir interessierte Bürger für die Orts- und Sondervereine gewinnen?“ Eingangs wurde hier festgestellt, dass der Mitgliederrückgang den gesellschaftlichen Veränderungen geschuldet ist. Seit der wirtschaftlichen Notwendigkeit der Kleintierzucht in den Nachkriegsjahren bis heute hat sich viel verändert. Vor allem sind die bürokratischen Vorgaben der Behörden immer schwerer umzusetzen und die Akzeptanz bei den Mitmenschen lässt nach. Ein weiteres Problem ist das immer größer werdende Freizeitangebot und die neuen Medien, wodurch vor allem der Nachwuchs fern bleibt.

Um dem entgegen zu wirken gibt es gute Beispiele und Vorschläge, die von den Teilnehmern vorgebracht wurden. Grundsätzlich muss die Mitgliederwerbung vor Ort an der Basis erfolgen. Zu den Werbeaktionen gehören Vorträge bzw. Kükenschlupf in den Kitas/Schulen, Betreuung der Hühnerhalter (wenn es z. B. um das Impfen geht), Bau von Zuchtanlagen  oder  Zurverfügungstellung bestehender Parzellen, ansprechende Präsentation (Volieren  statt Einzelkäfige)  auf den Ausstellungen oder auch die Präsentation des Vereins und dessen Arbeit an öffentlichen Stellen. In den SV bieten sich andere Möglichkeiten, z. B. die Werbung aktiver Aussteller der jeweiligen Rasse für eine Mitgliedschaft im SV. Aber auch die Abgabe von Tieren und Bruteiern und anschließende intensive Betreuung der Züchter führt zu neuen Mitgliedern.

Letztlich war man sich einig, dass die aktive Werbung kein Lippenbekenntnis bleiben darf sondern jeder aktiv werden muss, um den Fortbestand unseres Hobbys zu sichern.

Während des Züchterabends hatten Mitglieder des Lügder Rassegeflügelvereins mit Witz und Gesang ihren großen Auftritt, den die Anwesenden mit viel Applaus honorierten. Aber auch der Nachtwächter von Lügde gab einige Anekdoten aus „seiner Arbeit“ zum Besten. Karl Stratmann nahm den Züchterabend zum Anlass Christa und Josef Rüsenberg für die gelungene Organisation der Tagung zu danken.

Neues Gesicht im Vorstand

Zur JHV am Sonntag konnte der Vorsitzende Karl Stratmann Delegierte aus 68 der 90 Mitgliedsvereine des VZV begrüßen, eine sehr gute  Beteiligung, die das  Interesse  an  der Verbandsarbeit verdeutlicht. Als Ehrengäste begrüßte er den Bürgermeister von Lügde, Heinz Reker, BDRG-Präsident Christoph Günzel, den EE-Spartenvors. Geflügel Wilhelm Riebniger, von den Fachverbänden  Petra  und Ulrich  Krüger, Sascha  Leuschner  (VHGW),  André  Mißbach (VZI), Horst Dieter Ratzki (VDRP), den neuen  Bundesjugendleiter  Meinolf  Mertensotto und den neuen Obmann der BZA-Sparte  Geflügel Ulrich Freiberger, den 2.Vors. des LV Hannover Alfred Karl Walter, von der Schauleitung Hannover Olaf Metzner und Fritz-Helmut Mues sowie alle Ehrenmeister und Meister der Dt. Zwerghuhnzucht.
Heinz Reker dankte in seinen Grußworten den Ausrichtern für ihr Engagement. Er hob die bundesweiten  Erfolge  der  Lügder Züchter hervor, wodurch der Verein zu einem Werbeträger für die Stadt wird. Daneben gab er einige Informationen zur Stadt Lügde  und  zu  den  bereits  beschriebenen Veränderungen.

Christoph  Günzel  äußerte  sich  erfreut über die zahlreiche Teilnahme und den jungen aktiven Vorstand im VZV. Die jüngsten Bemühungen um eine Zusammenarbeit mit Naturschutzverbänden sieht er positiv und wünscht dem VZV Erfolg dabei. Kritisch  sprach er die Probleme innerhalb des BDRG an, wie etwa auftretende Übertypisierungen, denen es entschieden zu begegnen gilt, oder die steigenden Schaukosten. Hier sieht er es positiv, wenn der VZV seine Verbandsschau an eine  der Bundesschauen anschließt, um diese Standorte zu erhalten.

Wilhelm  Riebniger  überbrachte  die Grußworte der EE. Er betonte, dass Deutschland das Land mit den meisten Mitgliedern ist, was sich aber nicht im Stimmenverhältnis ausdrückt. Hier hofft er auf eine Änderung. Weiter gab er einige Details zur bevorstehenden EE-Schau in Metz bekannt.
Horst Dieter Ratzki überbrachte Grüße des LV Westfalen-Lippe, dankte den Organisatoren und verwies auf die Nationale in Dortmund.
Im Anschluss an die Grußworte erinnerte Karl Stratmann, stellvertretend für alle im letzten Jahr verstorbenen Mitglieder, an die renommierten Zwerghuhnzüchter  und Funktionäre Herbert Blatt, Klaus Hummelmeier, Otto Repp, Robert Hechler und Dieter Brandt.

Seit längerem konnte wieder einmal ein neuer  Verein  aufgenommen  werden,  der Zwerghuhnverein Gladbeck, 2014 gegründet und über 30 Mitglieder zählend, erhielt dafür das einstimmige Votum.
Zu Meistern der Deutschen Zwerghuhnzucht wurden Manfred Gitz, Fritz-Helmut Mues, Fredi Reinke und Hermann Falk ernannt. Dem Club der Chabozüchter wurde für die vorbildlich gestaltete Homepage des SV der VZV-Förderpreis 2015 zugesprochen. Leider war jedoch von diesem großen SV kein Vertreter anwesend. Der Vorsitzende Karl Stratmann blickte in seinem Jahresbericht auf 10 Jahre Diskussionsrunden zurück.  In dieser  Zeit wurde Vieles thematisiert und einige Dinge konnten innerhalb des BDRG umgesetzt werden.

Als Höhepunkte des vergangenen Jahres nannte er die VZV-Tagung in Sebnitz und die VZV-Schau in Hannover mit rund 9 500 Zwerghühnern. Positiv hob er hier die Versteigerung von Zuchtstämmen gemeinsam mit dem VHGW für die Dt. Kinderkrebsstiftung hervor. Eine Aktion, die auch 2015 in Dortmund fortgeführt werden soll. Hier haben bereits folgende Züchter Stämme zugesagt: Artur Weigelt (Bantam), ZG Lütkehellweg  (Chabo), Ewald  Schmidt (Zw.-Wyandotten,  gelb-schwarzcol.),  André  Klein (Zw.-Italiener, weiß), Niko Eckardt (Zw.Nackthalshühner,  schwarz)  und  Ludger Zumbrägel (Zw.-Seidenhühner, weiß).

Ulrich Freiberger ging in seinem Bericht auf die personellen Veränderungen im BZA ein und dankte seinem Vorgänger Rudi Möckel sowie Udo Güßbacher für die langjährige herausragende Arbeit in diesem Gremium.

Positiv bewertet er das Ergebnis von 9 500 Zwerghühnern in Hannover. Diese beeindruckende Meldezahl ermöglicht  es, Tendenzen in den einzelnen Rassen zu erkennen und entsprechende Hinweise zu geben. Er appelliert aber auch an die SV, ihrer Verantwortung der Rasse und Züchter gegenüber gerecht zu werden, und anlässlich der jeweiligen Fachverbandsschau eine Sonderschau anzumelden. Immerhin fehlten trotz der hohen Meldezahl  wieder  einige  Rassen  auf  dieser Schau: Ükkeler, Everberger und Bosvoorder Bartzwerge,  Zw.-Mechelner,  Zw.-Dorking, Zw.-Kastilianer,  Zw.-Crèvecoeur, Zw.-Brabanter,  Appenzeller  Zw.-Barthühner  und Zw.-Spitzhauben, Bergische Zw.-Schlotterkämme,  Zw.-Ardenner,  Zw.-Elsässer  und Zw.-Friesenhühner.
Weiter nannte er jene Rassen, die in der letzten  Saison  ihre  Anerkennung  fanden bzw. zum Vorstellungsverfahren zugelassen wurden.

Weiterhin gilt ein verstärktes Augenmaß der abweichenden Schwingen- und Steuerfederzahl. In der Sitzung der Europäischen Standardkommission Gefl ügel wurde festgestellt, dass es verzwergte Rassen gibt, die teils  bis  zu 14 Handschwingen oder auch eine  erhöhte  Anzahl  Steuerfedern  haben. Der BZA wird auf den Schauen der kommenden Saison weiter ein Monitoring durchführen. Betroffene SV sollten Mitteilung über eventuelle Abweichungen bei ihren Rassen an den BZA geben, doch das geschah im letzten Jahr leider nur einmal.

Thomas Müller, Beisitzer für Kommunikation und Tierschutz, ging in seinem Bericht  auf  die  Transportproblematik  ein, und dankte dem BDRG-Tierschutzbeauftragten Dr. Michael Götz für sein intensives Bemühen in dieser Angelegenheit. Dadurch findet ein Tiertransport wieder statt, jedoch wird derzeit nur eine relativ kleine Kiste zur Verfügung gestellt, die ein Versenden von größerem Geflügel ausschließt. Hier sind dringend weitere Kistengrößen notwendig, sowie der Ausbau des Kuriernetzes, da noch nicht alle Regionen beliefert werden.

In Sachen Tierschutz verwies er auf das Monitoring bezüglich relevanter Merkmale, das weiter fortgeführt wird. Hier nannte er die nicht kreisrunden Augen bei einigen Rassen als Problemfeld, das es weiter zu beobachten gilt. Abschließend  fasste  er  die  Ergebnisse und nun folgenden Bestrebungen um die Zusammenarbeit mit den Naturschutzverbänden zusammen.
Norbert Wies nannte in seinem Bericht die Mitgliedszahlen und musste wiederum von einem Rückgang berichten. Dieser beträgt jährlich rund 100 Mitglieder, wobei es im Jugendbereich im letzten Jahr einen Zuwachs gab. Kassierer Thomas Läufer konnte von einem Zuwachs  in  der Kasse berichten, der keine Veränderungen im Beitrag erforderlich macht. Georg Wulff bescheinigte ihm als Sprecher der Kassenprüfer eine einwandfreie Kassenführung und beantragte die Entlastung von Vorstand und Kassierer, die einstimmig erfolgte.

Ulrich Krüger (VHGW) thematisierte in seinem  Grußwort  die  enge  Zusammenarbeit zwischen beiden Fachverbänden, verwies  auf  die  gemeinsame  Schau  in  Dortmund  und  die  Versteigerung  von  Zuchtstämmen. Er lud herzlich zur VHGW-Tagung im August in Guteborn und zur Schau nach Dortmund ein. André Mißbach sprach die Probleme des VZI mit der Geflügelpest an, wodurch in der letzten  Saison  einige  Ziergeflügelschauen ausfielen. Er verwies weiterhin auf die Notwendigkeit einer soliden Aus- und Weiterbildung der Ziergeflügelpreisrichter und lud zum Besuch der Bundesziergeflügelschau nach Leipzig ein.
Horst Dieter Ratzki überbrachte die Grüße des VDRP und appellierte ebenfalls auf Übertypisierungen zu achten, denn die Preisrichter werden dies zukünftig stärker ahnden. Weiter informierte er über die geplante  Preisrichterstammschau in Dortmund.

Zur  Bundesjugendschau in Dortmund wird es wie gewohnt einen Jugendstand und eine Bastelschau geben, so Bundesjugendleiter Meinolf Mertensotto. Neu ist dagegen der  Berechnungsmodus bei der Meisterschaft. Da die Berechnung in der Vergangenheit zu lange dauerte wurden die Bedingungen transparenter gestaltet.

Jugendförderpreise des VZV werden 2015 in 3 Gruppen auf 1,1 folgender RassenÊ vergeben:  Moderne  und  Altenglische Zwerg-Kämpfer, weiße und schwarze Zwerg-Wyandotten, Zwerg-Vorwerkhühner und Zwerg-Lakenfelder.
Meinolf Mertensotto stand als Beisitzer Internet/Jugendbetreuung  im  VZV-Vorstand zur Wahl und wurde einstimmig bestätigt. Um Uli Freiberger in seinen Funktionen als 2. Vors. des VZV und Spartenobmann BZA etwas zu entlasten, wurde auf Vorschlag des Vorstandes Ruben Schreiter, Zuchtwart im SV d. Z. Federfüßiger Zwerghühner, einstimmig zum BZA-Beisitzer gewählt. Das Team der Kassenprüfer ergänzen Helmut Cordes und Erich Kowert.
Bei  seinem  3.  Auftritt,  diesmal  für  die Schauleitung in Dortmund, gab Horst Dieter Ratzki Details zur diesjährigen Bundessiegerschau  bekannt.  Man  rechnet  mit 20 000 Tieren. Besondere Höhepunkte sind u. a. die Siegerringwettbewerbe und die VZV-Stammschau mit Zwerg-Nackthalshühnern. Der VZV erinnert dort an Dr. Paul Trübenbach.
Olaf Metzner, AL der Dt. Junggeflügelschau, lud mit einigen Infos die Züchter nach Hannover ein. Neben den Siegerring-Wettbewerben wird es erstmals eine Norddeutsche Meisterschaft geben. Er bat zudem noch um Anmeldung von HSS und Sonderschauen.

Ausrichter Georg Wulff gab eine Vorschau für die nächste Tagung, die vom 24.–26.6.2016 in der Nähe von Lübeck stattfindet. Die weiteren Tagungen sind 2017 in Mühlhausen und 2018 in Verden an der Aller, die nächsten Dt. Zwerghuhnschauen 2016 in Rheinberg und 2017 in Hannover.
Mit dem Schlusswort des 2. Vors. Uli Freiberger, der für die zahlreiche Teilnahme an der JHV dankte, endete eine gut organisierte, angenehme Tagung.

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden.

Erfahren Sie mehr