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VZI-Bundestagung 2015 in Hilders

06.10.2015

© André Mißbach

Die Tagungsteilnehmer bei der Sachkundeschulung

Bildergalerie: VZI-Bundestagung 2015 in Hilders

Vom 24. bis 26. April fand die diesjährige Tagung des Verbandes zur Arterhaltung von Zier-/Wildgeflügel im BDRG (VZI) in Hilders, in der hessischen Rhön statt. Als Ausrichter fungierte der KTZV Hilders unter Leitung von Volker Seuberling, der mit seinen Vereinskollegen Bernd Schlereth, Franz und Heiko Etzel eine gelungene Tagung durchführte.

Da Hilders direkt an der einstigen innerdeutschen Grenze liegt, bot sich natürlich ein Besuch der Gedenkstätte Point Alpha in Geisa an. Der historische US-Beobachtungsstützpunkt erinnert an die Zeit, als Point Alpha einer der wichtigsten Vorposten der NATO war. In unmittelbarer Nähe markieren der DDR-Grenzturm und die Rekonstruktion der Sperranlagen die Unmenschlichkeit der Grenze, die vierzig Jahre lang Deutschland teilte. In einem Museum wird diese Zeit dokumentiert und bleibt so für nachfolgende Generationen in Erinnerung.

Sachkundeschulung hat Tradition

Am Samstagvormittag fand eine Sachkundeschulung für die Züchter mit vier Fachvorträgen statt. Als Referenten agierten die 3 Zuchtwarte und der 2. VZI-Vorsitzende Josef Gunkelmann.

Im ersten Beitrag stellte Z1-Obmann Frank Meyer den Zuhörern die Gruppe der Pfaufasanen vor.

Die 7 Arten sind in menschlicher Obhut unterschiedlich stark verbreitet, am häufigsten finden wir Graue und Braune sowie Palawan-Pfaufasanen in den Anlagen. So gut wie gar nicht dagegen den Borneo- und Malaiischen Pfaufasan. Auch Rothschild- und Bronzeschwanz-Pfaufasan sind recht selten, aber durchaus in Deutschland anzutreffen. Er ging auf die Haltung, Ernährung und Eigenarten dieser Artengruppe ein, die z.B. nur Gelege mit 1 bis 2 Eiern tätigt. Daneben stellte er die Arten bildlich vor und dokumentierte vor allem die unterschiedlichen Federzeichnungsmuster.

Der Beitrag von Gerhard Stähle, Obmann für Z2 im VZI, befasste sich mit den winterharten körnerfressenden Ziertauben, die in den Anlagen der Züchter relativ gut verbreitet sind. Neben der Vorstellung der Arten ging er auch auf Nist- und Brutgewohnheiten ein. In diesem Zusammenhang entwickelte sich eine breite Diskussion über abweichende Merkmale und Reinheit bzw. -haltung der Unterarten. Auch wurde Kritik an so manchem PR-Urteil geäußert, da die reinen Artmerkmale oft zu wenig Beachtung finden.

Im Vortrag des Z3-Obmanns Dr. Martin Linde ging es um die Beurteilung und Unterbringung von Wasserziergeflügel auf den Ausstellungen. Dabei sind Gemeinschaftsanlagen immer ein Blickpunkt und werten jede Schau auf. Allerdings sind sie mit etwas Mehraufwand verbunden, da die Tiere vor Einsetzen in die Anlage erst paarweise beurteilt werden sollten. Erfolgt das nicht, ist eine Zuordnung – wenn mehrere Paare der gleichen Art die Anlage besetzen – unmöglich. Zudem muss man die Verträglichkeit beachten – nicht jede Art ist für eine Gemeinschaftsanlage geeignet. Daneben ging er auf einige Eigenheiten und arteigene Merkmale ein, die bei der Beurteilung Beachtung finden müssen. So lebt z.B. bei den Höckerglanzenten ein Erpel mit mehreren Enten in Familienverbänden, was den Schaugepflogenheiten der paarweisen Präsentation entgegensteht.

Im vierten Beitrag ging Josef Gunkelmann auf die Problematiken Kreuzungsmerkmale beim Wasserziergeflügel und entwichene Tiere aus den Anlagen bzw. deren Ansiedlung in der freien Natur ein. Am Beispiel eines Beitrages aus der Geflügel-Börse kritisierte er den gedankenlosen Umgang mit solchen Tieren. In diesem Beitrag sind wild lebende Schwanengänse abgebildet, die offensichtliche Kreuzungsprodukte mit Höckergänsen darstellen. Aus Unwissenheit werden diese aber selbst in Zoos aufgenommen und damit Bestrebungen nach Artenreinheit konterkariert.

Daneben zeigte er Beispiele auf, wie Neozoen die einheimischen Wasservögel gefährden.

Veränderungen im Vorstand

Zur Jahreshauptversammlung am Sonntag konnte der 1. Vorsitzende Willi Diekmann als Gäste das Kreisausschussmitglied Alfred Gesang, als Vertreter des Fuldaer Landrates, den Bürgermeister von Hilders, Hubert Blum, vom BDRG-Präsidium Egon Dopmann und André Mißbach, den Vorsitzenden des LV Kurhessen Helmut Ludloff, von den Fachverbänden Ulrich Krüger (VHGW), Harald Köhnemann (VDT) und Dr. Günter Breitbarth (VDRP), für den KV Fulda-Röhn den 2. Vors. Volker Seuberling und den VZI-Ehrenvorsitzenden Günter Meyer herzlich begrüßen. Weiter konnte er Vertreter von 36 Mitgliedsvereinen willkommen heißen.

Die politischen Vertreter begrüßten das Stattfinden der Tagung in ihrem Amtsbereich, gingen auf verschiedene Belange der Gemeinde und des Landkreises ein und würdigten die Arbeit der Züchter.

Egon Dopmann überbrachte die Grüße des BDRG-Präsidiums, sprach aktuelle Themen und Probleme des Dachverbandes an und lud zur Bundesversammlung nach Suhl ein.

Die Vertreter der Fachverbände VHGW, VZV, VDT und VDRP betonten die gemeinsamen Interessen und die Bedeutung ihrer Verbände, gingen auf aktuelle Probleme und die Arbeit in ihren Verbänden ein, luden zu bevorstehenden Treffen und wünschten dem VZI weiterhin eine erfolgreiche Arbeit.

Der LV-Vors. Helmut Ludloff überbrachte herzliche Grüße und zeigte sich erfreut, dass die VZI-Tagung zum wiederholten Mal in seinem LV stattfindet. Abschließend informierte er, dass in Niestetal zukünftig keine Ziergeflügelschauen mehr stattfinden werden. Neuer Ausrichtungsort für die LV-Ziergeflügelschau ist Marburg.

Im Anschluss ehrte Willi Diekmann die Organisatoren der Tagung Franz und Heiko Etzel, Volker Seuberling und Bernd Schlereth für ihre jahrelange Mitgliedschaft mit der Silbernen Ehrennadel des VZI.

In seinem Jahresbericht ließ Willi Diekmann die Höhepunkte des vergangenen Jahres, wie die gelungene Verbandstagung in Mettmann und die Ziergeflügelabteilung in Leipzig noch einmal Revue passieren. Leider mussten die Bundesziergeflügelschau in Herzlake und einige LV-Ziergeflügelschauen infolge der Probleme rund um die Geflügelpest abgesagt werden. In diesem Zusammenhang appellierte er an den Dachverband, alles zu unternehmen, um diese Repressalien zukünftig zu verhindern. Weiter informierte er über ein stattgefundenes Treffen mit den Obleuten und dem 2. Vors. zur Vervollständigung der OGBZ.

Die Zahl der Mitglieder konnte gehalten werden, mit den Vereinen Brake und Oldenburg/Unterweser gab es sogar Zuwachs in der Anzahl der Vereine.
Abschließend galt sein Dank für die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit allen Mitgliedvereinen- und Verbänden, den Fördermitgliedern und natürlich auch den Vorstandsmitgliedern für ihre geleistete Arbeit.
Die Obleute Frank Meyer, Gerhard Stähle und Dr. Martin Linde hoben in ihren Berichten vor allem die gelungenen und oft schön ausgestalteten LV-Ziergeflügelschauen hervor, bedauerten aber auch die Ausfälle aufgrund der gesetzlichen Verordnungen. Auch sie betonten das konstruktive Treffen zur Erweiterung der OGBZ.

Gerhard Stähle und Dr. Martin Linde bedauerten zudem die noch immer fehlende Möglichkeit des Tiertransportes per Kurier.
Dr. Martin Linde wies zudem auf Probleme bei der Aufstallung des Wasserziergeflügels hin und auf den erhöhten Schulungsbedarf bei Z-Preisrichtern, kommt es doch immer wieder zu Fehlbeurteilungen.
Nach der Entlastung des Vorstandes folgten die Wahlen. Da der 2. Vorsitzende Josef Gunkelmann sein Amt zur Verfügung stellte, machte sich eine Neuwahl erforderlich. Einstimmig wurde nach Vorschlag aus der Versammlung André Mißbach zum Nachfolger gewählt. Beim Obmann Z3, Dr. Martin Linde, erfolgte ebenso einstimmige Wiederwahl. Kontroverser wurde über die Wiederbesetzung des Jugendbeauftragten diskutiert. In der VZI-Satzung vorgesehen, war dieses Amt seit Jahren unbesetzt. Nach Vorlage eines Antrages und zahlreichen Wortmeldungen wurde darüber abgestimmt, ob die Wahl sofort oder erst im kommenden Jahr durchgeführt werden kann. Nach knapper Befürwortung für eine sofortige Wahl wurde in der Folge Marc Ovelgönne mehrheitlich in dieses Amt berufen.

In einer Laudatio würdigte der Ehrenvorsitzende Günter Meyer die großen Verdienste von Josef Gunkelmann, der seit 1997 im Vorstand und seit 1999 2. Vors. des VZI war. Für die großen Leistungen wurde er anschließend zum Ehrenmitglied und zum Meister im VZI ernannt.
Für die nächste Bundesziergeflügelschau im Dez. 2015 in Leipzig gab M. Linde einen kurzen Bericht und das Standgeld von 12 € pro Paar bekannt. Die nächste Auflage findet dann am 21./22. Jan. 2017 in Herrenberg bei Frank Meyer statt. Er ist auch Ausrichter der nächsten VZI-Versammlung am 23./24. April 2016 in Sindelfingen, zu der er einige Vorabinfos gab.
Das Schlusswort nutzte der neue 2. Vors. André Mißbach, um sich bei den Delegierten für das ihm entgegengebrachte Vertrauen zu bedanken und den Ausrichtern für die gelungene Tagung Dank zu sagen.

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