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VDRP-Arbeitstagung der Schulungsleiter 2015

13.06.2015
1. Vors. Dr. G. Breitbarth eröffnete die Arbeitstagung der Schulungsleiter und begrüßte alle herzlich, besonders als Gastgeber E. Fritzsch, Vors. der PV Sachsen, sowie Ehrenvors. und Ehrenmitglied G. Einhorn. Weiterhin wurden H. Köhnemann, Vors. des VDT, W. Diekmann, Vors. des VZI, U. Freiberger, 2. Vors. des VZV, und S. Leuschner, Beisitzer im VHGW, begrüßt. Von Seiten des BZA waren zudem R. Wolf, R. Bube, W. Bauer und A. Klein anwesend. Es waren von allen 19 PV Schulungsleiter anwesend. Dr. G. Breitbarth begrüßte noch den neuen Schulungsl. K. von Dohlen (PV Weser-Ems) und H. Schulze (PV Hamburg) namentlich.

2. Dr. G. Breitbarth gab bekannt, dass die TO fristgerecht versandt wurde. Es wurden keine Änderungs- bzw. Ergänzungsvorschläge gemacht. Die TO wurde einstimmig angenommen.

3. Auf die Verlesung des Protokolls der Schulungsleitertagung 2014 in Bad Sassendorf wurde verzichtet, da es in der Fachzeitung abgedruckt war. Die Genehmigung erfolgte einstimmig.

4. U. Freiberger, BZA Spartenvorsitzender für Geflügel, stellte die neu anerkannten Farbenschläge vor. Bobtailfarbig und Schokoladenbraun wurden als neue Farbvarianten ausführlicher betrachtet. Neue Taubenrassen wurden 2015 nicht zugelassen, aber R. Wolf, BZA-Spartenvorsitzender für Tauben, stellte 33 Änderungen vor. In diesem Jahr gibt es wieder die neuen Ergänzungen zum Rassetaubenstandard. Im Zuge der Neuauflage gibt es bei den Französischen Kröpfern, Glanztauben, Fränkischen Feldtauben, Pfautauben, Berliner Kurzen, Berliner Langlatschigen Tümmlern, Polnischen Langschnäbligen Tümmlern, Stargarder Zitterhälsen, Ostpreußischen Werfern, Pommerschen Schaukappen und Hamburger Schimmeln neue Standardbilder.

5. Kass. G. Ziaja führte in TOP 5 ein, der sich in drei Komplexe unterteilte: 1. Sind Dauer und Ablauf unserer VDRP-Tagung noch zeitgemäß?; 2. Wie viele PR haben wir 2025 noch? – Einschätzung der Altersstruktur in den PV; 3. Wie können sich PR bei den Reformen im „Schauwesen“ mit einbringen? G. Ziaja stellte den jährlichen Finanzbedarf des Verbandes vor. Mit der VDRP-Tagung benötigt der Verband ca. 12.000 € jährlich. Die Finanzierung dazu erfolgt anteilig. Zum einen direkt über den VDRP, weiterhin über einen Zuschuss des BDRG und von den PV, die anteilig Reisekosten bzw. Tagegelder für ihre Vors. und Schulungsl. zahlen. Die Tagungsteilnehmer investieren dafür 2 bis 3 Tage Freizeit oder Urlaub. Die Tagungsinhalte umfassen u. a. die Regularien der VDRP-Satzung in der JHV, eine Tierbesprechung von einheimischem Rassegeflügel der Ausrichter, die Schulungsleitertagung mit aktuellen Themen und Vorstellungen neuer Rassen und Farben durch den BZA und ein Rahmenprogramm mit dem Ziel der Förderung der Gemeinschaft. In 2. Punkt seines Vortrages stellte G. Ziaja den Aufwand der Ausrichtung und die eingesetzten Geldmittel gegenüber, mit der Frage: Sind die VDRP-Tagungen noch zeitgemäß in ihrem Inhalt, aber auch gerechtfertigt wenn man die Kosten und die Schulungsinhalte gegenüberstellt? Wird der derzeitige Tagungsablauf von 2,5 Tagen auch von der Mehrheit gewünscht, und wenn ja auch in Zukunft noch finanzierbar sein? Oder sollte sich der VDRP in Zukunft ganz auf seine Grundfunktionen beschränken, das Programm auf das Wesentliche begrenzen und auf die Schulungsleitertagung verzichten? In einem Rechenbeispiel zeigte G. Ziaja auf, was es bedeuten würde, wenn man die Tagung um einen halben Tag verkürzen würde. Auch wurde über einen Anschluss der VDRP-Tagung an eine schon bestehende Tagung, wie die BDRG-Bundesvers. oder Zuchtbuchtagung, oder gar an eine Bundesschau nachgedacht. In der anschließenden Diskussion dazu sprach sich W. Bauer für eine Verkürzung auf 1,5 Tage mit Beginn Samstagmittag aus, wie das von seiner PV bereits vor Jahren angeregt wurde. Alle weiteren Wortmeldungen waren dagegen und sprachen sich für die Beibehaltung des Tagungszeitraums von 2,5 Tagen aus. So auch C. Kühne, der die Meinung vertrat, dass zu solch einer Tagung auch der Erfahrungsaustausch am Abend gehöre. W. Kämmerling unterstrich die Wichtigkeit der Tierbesprechung. Die dabei gewonnen Informationen nutze er gern zu Schulungszwecken weiter. Er befürwortete die selbstständige Durchführung der VDRP-Tagung wie gehabt. Da viele PR-Kollegen in verschiedenen Funktionen in unserem Verband tätig seien, könnten diese bei Veranstaltungen die gemeinsam durchgeführt würden nicht mehr teilnehmen. M. Zichner unterstrich, dass es nicht funktioniere, die VDRP-Tagung bei einer Bundesschau durchzuführen. Die Zeit sei dort viel zu knapp. S. Küper verwies darauf, dass viele der Tagungsteilnehmer viele hundert Kilometer zur Tagung fahren und diese Wegstrecken nicht an einem Tag zurücklegen könnten. R. Bube argumentierte, wenn es seitens des VDRP Gesprächsstoff dazu gebe, müsse auch über Austragungsorte gesprochen werden, die zentral liegen und wo die Übernachtungskosten bezahlbar seien. Dr. G. Breitbarth erklärte dazu, dass diese Diskussion offen geführt werden solle und der VDRP-Vorstand auf die Wünsche der Teilnehmer eingehen möchte. Der VDRP wolle nicht von sich aus seine Tagung um einen Tag verkürzen. Sinkende Mitgliederzahlen, aber auch der Wegfall des Verkaufes der Ergänzungsblätter, die VDRP und BDRG bis 2014 gemeinsam vertrieben hätten und die ab 2015 alleinig vom BDRG veräußert würden, bringen dem VDRP erhebliche finanzielle Einbußen, die zu solchen Überlegungen führten. G. Einhorn erzählte, dass zu DDR-Zeiten die PR-Tagungen nur alle zwei Jahre stattfanden. B. Kippenhahn vertrat wiederum die Meinung, dass man zur JHV auf die politischen Grußworte verzichten könne. W. Diekmann ergänzte, dass die VDRP-Tagungen sich schon in den vergangenen Jahren stark verändert hätten. Stand vor 10 Jahren das Rahmenprogramm noch an erster Stelle der Tagung, so sei es heute ein umfangreiches Schulungsangebot. Dieses finde er super und dies soll auch so bleiben. H. Köhnemann unterstrich, dass der VDRP mit seiner Tagung auch nur einmal im Jahr die Chance habe, sich einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Das dürfe er nicht vernachlässigen. Wichtig sei für ihn auch, dass die Politik weiter eingeladen werde, um auch dort Gehör zu finden. Zusammenfassend war die Mehrzahl der Tagungsteilnehmer der Auffassung, es sei wichtig, dass die Schulungsinhalte in der Tagung bleiben, das Rahmenprogramm und die JHV gestrafft ablaufen und unbedingt Zeit für den Erfahrungsaustausch bleibe. Natürlich müsse die Tagung auch finanzierbar bleiben. Mit diesen Inhalten wird der VDRP-Vorstand in die künftige Planung seiner Tagung gehen.
Im Vortrag „Wie viele PR haben wir 2025 noch? – Einschätzung der Altersstruktur in den PV.“ stellte Schriftf. M. Backert die Mitgliederentwicklung im VDRP vor. Jährlich beenden etwa 70 PR aus Altersgründen ihre aktive Bewertungstätigkeit. Durch die regelmäßige Ausbildung neuer PR konnten diese Defizite in den PV teilweise ausgeglichen werden. Seit nunmehr zwei Jahren ist die Zulassung neuer Preisrichter aber stark rückläufig. Somit verbucht auch der VDRP starke Mitgliederverluste. Dazu komme noch, dass ca. 11 Prozent der PR im Verband Mitglied seien, jedoch nicht mehr bewerten. Bezüglich der Zulassungen in den Gruppen A-D bzw. E-M sei der VDRP mit gut 35% der PR bestens aufgestellt. Aber Allgemeinrichter, also Preisrichter mit den Gruppen A-M, gebe es derzeit nur ca. 6 %, was Anlass zur Sorge bereite. Hinzu komme, dass gerade die älteren PR, die für diese Gruppen zugelassen sind, in den kommenden Jahren ihre aktive PR-Tätigkeit aus Altersgründen beenden.
Ein vom VDRP entworfener Fragebogen wurde von M. Backert vorgestellt und besprochen. Für den VDRP sei es wichtig, dass man wisse, wie sich die Struktur der derzeitig aktiven PR in den kommenden Jahren entwickele, aber weiterhin auch, was für PR und mit welchen Gruppen in 10 Jahren noch zur Verfügung stehen. Unbedingt sind mehr PR zu ermutigen, eine Ausbildung zum Allgemeinrichter zu absolvieren, denn die Absicherung der kleinen Schauen in den KV muss mit PR vor Ort gewährleistet sein, auch um die Kosten für die AL nicht noch mehr zu erhöhen. In der anschl. Diskussion wurde von R. Wilken gewünscht, den Fragebogen auch digital zur Verfügung zu stellen, was seitens des VDRP zugesichert wurde. W. Kämmerling bat auch um die Rücksendung der Fragebögen bis Ende 2015 und nicht bis Ende September 2015, was für den VDRP auch kein Problem darstellt. D. Kleditsch unterstrich noch einmal, dass die Altersstruktur bei den PR stark gestiegen sei. Bei einer von ihm über Jahre durchgeführten Mitgliederanalyse in der PV Sachsen war der Altersdurchschnitt vor 10 Jahren noch wesentlich niedriger als heute.
Dr. G. Breitbarth referierte zum Thema Reformen im Schauwesen und wie können sich PR hier mit einbringen. In einer Übersicht wurden die Kostenfaktoren einer Bundesschau kalkulatorisch prozentual gegenübergestellt. Dem derzeitigen Meinungsbild, dass die PR zu teuer seien und dass man mit der Begrenzung ihrer Reisekosten die Finanzierung der Bundesschauen retten könne, wurde damit klar widersprochen. Fahrgemeinschaften sind aber ein wirksames Instrument zur Kostensenkung. In der anschl. Diskussion wurde dazu klar festgestellt, dass der größte Kostenblock einer Bundesschau die Hallenmieten sind. H. Köhnemann unterstrich aus den Erfahrungen von der VDT Schau, dass die Hallenmieten in den letzten 10 Jahren fast um 80% teurer geworden seien. Hier muss zukünftig auch der BDRG stärker wirken, Entscheidungen ansetzen und die bestehenden Standards neu definieren. U. Freiberger verwies noch einmal darauf, dass die Regelung der AL von der Bundeschau 2015 in Leipzig, die ihre Verpflichtungsschreiben mit einer 250-km-Begrenzung für PR ausgegeben hatte, gegen die Satzung verstoße. Dass die PR zu Großschauen künftig auf einem Teil ihrer Kosten sitzen bleiben sollen, lehnen die PV-Vors. strickt ab.

6. Gedanken zum Ausbildungssystem des VDRP machte sich VDRP-Vorstandsmitglied M. Backert. In seinem weiteren Vortrag stellte er Alternativen, aber auch elektronische Neuerungen zur Anwärterausbildung vor. Auch gab es Gedanken, den Schulungsablauf familienfreundlicher bzw. zeitstraffender abzuhalten. Scheuen doch gerade viele Befähigte den Schritt zur dreijährigen PR-Ausbildung, weil sie dies nicht mit Beruf oder der Familie in Einklang bringen können. In der Diskussion dazu unterstrichen die Schulungsl. und PV-Vors., dass die PV individuell nach ihren Bedürfnissen die Schulung der Anwärter gestalten und durchführen sollten. Der generelle Trend, dass es weniger geeignete Kandidaten dafür gebe, sei nicht aufzuhalten. Eine generelle Verkürzung der Ausbildungsdauer lehnten alle konsequent ab. Jeder, der PR werden will, muss wissen was auf ihn zu kommt und dass dies auch Zeit koste. Wichtig sei es den Anwärtern eine hohe Schulungsqualität zu bieten und diese für die ehrenamtliche Preisrichtertätigkeit zu begeistern.

7. R. Schreiter referierte über die Wichtigkeit einer zuchtstandbezogenen Bewertung beim Rassegeflügel. Dass der Zuchtstand in den einzelnen Rassen derzeit in Deutschland so hoch ist, sei auch ein Verdienst der Arbeit der PR. Umso wichtiger ist es, das der PR mit seiner Kritikgestaltung, dem Züchter eine genaue aber auch rassebezogene Bewertung mitgibt, damit dieser seine Zucht weiter verbessern kann. Auch müssen sich die PR bewusst sein, dass sich die Züchter sehr stark an den Spitzentieren orientieren. Daraus ergibt sich aber auch, dass der PR in der Lage ist, frühzeitig Fehlentwicklungen in der Ausprägung von Rassemerkmalen zu erkennen und mit seiner Bewertung gegensteuert. Um dies zu erreichen, benötigen die PR zuchtstandbezogene Schulungen und klare Richtlinien bzw. Standards mit Zuchtzielen, an denen sie sich orientieren können. Aber auch die Züchter müssen dafür Sorge tragen, dass unser Geflügel leistungsfähig und zuchtfreudig bleibt. Gerade frühere Leistungsrassen im Hühnerbereich müssen im Vergleich zu den Wirtschaftslegehybriden in der Legeleistung wieder mithalten können. Am Ende der Fachvorträge ernannte Vors. Dr. G. Breitbarth U. Güßbacher (PV Bayern), D. Kleditsch (PV Sachsen) und C. Kühne (PV Kurhessen) zu Ehrenmitgliedern des VDRP.

8. Die Anträge der PV Kurhessen zur Ausrichtung der VDRP-Tagung 2017 und der PV Sachsen-Anhalt für 2018 wurden von deren Vors. vorgetragen. Der Antrag der PV Württemberg-Hohenzollern, dass künftig der Obmann bei der Bestätigung der Note „vorzüglich“ neben der Unterschrift auch die Bewertungskarte abzustempeln hat, wurde von W. Bauer vorgetragen und begründet. In einer kurzen Diskussion wurde das Für und Wider diskutiert.

9. Zum TOP Verschiedenes gab es keine Wortmeldungen.

10. Bei der Tierbesprechung von Sächsischen Heimatrassen waren die Sächsischen Farbentauben Ausziehungspunkt Nummer 1. PR R. Wolf stellte die Feinheiten und den derzeitigen Zuchtstand in den einzelnen Rassen vor. Weiterhin stellte PR A. Klein die Dt. Legegänse und Sachsenenten vor. M. Knoll zeigte Rassemerkmale und Zuchtstand der Sachsenhühner auf und K. Kretschmer erklärte die Anforderungen an Spitzentiere bei den Dresdnern und Zw.-Dresdnern. Sächsische Kröpfer besprach E. Roscher und die Vogtländischen Weisskopftrommeltauben J. Hennebach. M. Zichner ging gezielt auf die Feinheiten der Dresdner Trommeltauben ein. PR G. Beyer stellte die Lausitzer Purzler vor. Nach der Tierbesprechung endete die Schulungsleitertagung.

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