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Bericht des Präsidenten [Anlage 2]

Sehr geehrte Ehrengäste, liebe Zuchtfreundinnen und Zuchtfreunde,

wie immer, so ist auch die 178.Bundesversammlung in der 134-jährigen Geschichte des BDRG ein wesentlicher Höhepunkt im Jahresablauf der Züchter. Für viele unserer Mitglieder ist diese Veranstaltung ein muss und diese Traditionsveranstaltung sollte auch erhalten bleiben. Traditionen pflegen und erhalten sollte stets zu unseren Schwerpunkten zählen. Die Sitzungen, welche während der Bundesversammlung durchgeführt werden, sind richtungsweisend für das nächste Jahr und für die Gestaltung der Zukunft unseres Bundes.

Wir dürfen aber nicht die Augen verschließen vor den zum Teil sehr ungünstigen Rahmenbedingungen für unser Hobby. Haben wir zum Teil große Befürworter und Förderer für die Kleintierzucht, so gibt es aber auch eine Gruppierung welche uns zu gern mit den Großproduzenten in einen Topf wirft. Immer wieder müssen wir uns gegen Druck von außen wehren, zum Teil gegen nicht haltbare Mutmaßungen. Dabei sind gerade die Rassegeflügelzüchter diejenigen welche eine unschätzbare Genreserve bewahren und für die Gesunderhaltung ihrer Bestände alles tun. Wir werden uns den Herausforderungen der Zukunft stellen und uns gegenseitig unterstützen. Dies gilt auch in der Zusammenarbeit mit anderen befreundeten Verbänden. Durch Erfahrungsaustausch und gemeinsames Vorgehen in Problemfällen wird auch positive Ausstrahlung erzeugt. Durch Zielstrebigkeit und hartnäckige, unnachgiebige aber sachlich geführte Verhandlungen mit den uns zuständigen Behörden können Erfolge erzielt werden. Gemeinsam mit allen Kleintierzuchtverbänden sollte dies auch noch besser gelingen.

 International hat sich unsere Rassegeflügelzucht sehr gut platziert. Wenn wir die Europaschauen von 2006 und 2012  betrachten, so wurde die Stellung der Rassegeflügel und Taubenzucht unseres Bundes eindrucksvoll demonstriert. Die Zusammenarbeit mit dem Europaverband kann positiv eingeschätzt werden und wir hoffen, dass dies auch weiterhin so bleibt. Das Großereignis der EE in diesem Jahr kommt in großen Schritten näher. Freuen wir uns heute schon auf die Europaschau vom 13. Bis 15.11. dieses Jahres in Metz/Frankreich.

Unsere Bundesschauen  haben sich zu Anziehungspunkten der Züchterwelt entwickelt. Besucher aus aller Welt kommen um hochrassige Tiere zu erwerben oder aber auch nur sich der Rassevielfalt zu erfreuen. Aber auch andere, unangemeldete Besucher waren wiederholt in den letzten Jahren zu Besuch bei Spitzenzüchtern. Wenn im Vorfeld nichts verkauft wurde sind ganze Schlaganlagen geplündert worden. Wollen wir hoffen, dass sich diese Entwicklung nicht fortsetzt.

Um unsere Schauen anziehender zu gestalten sollten neue Wege beschritten werden. Gerade in kleineren Vereinen sollte mehr auf die Präsentierung der Tiere möglichst naturnah in Volieren oder Gehegen erfolgen. Erfolgreiche Vereine machen es uns vor und gewinnen immer wieder neue Mitglieder. Immer wieder wird über Beschickung und Besuch von Schauen und dabei sonders von Großschauen diskutiert. Das Umfeld, der Umgang mit den Züchtern und auch die Finanzen spielen eine ganz entscheidende Rolle. Man sollte nicht die Schuldigen außerhalb suchen, nein alle Belange müssen analysiert und vor allem Schlussfolgerungen gezogen werden. Oft spielen persönliche Befindlichkeiten eine große Rolle oder neue Ausstellungsleitungen haben ein schweres Erbe angetreten. Für die Hilfe der Neuorientierung des Ausstellungswesens ist der Öffentlichkeitsausschuss angehalten neue Möglichkeiten der Werbung  und der Darstellung unseres Rassegeflügels zu erarbeiten und einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen. Das neue Plakat „Vom Ei zum Küken“ sollte in dieser Richtung ein Neuanfang sein und Auftrieb zu neuen Taten geben. Aber auch der Erhalt von Vereinen muss Augenmerk geschenkt werden. Vor Jahren gab es schon einmal ein Schweizer Modell für Vereins-zusammenführungen welches richtungsweisend für den Fortbestand der Vereine sein kann. Aber auch bei uns gibt es dafür gute Beispiele und gerade hier im Kreisverband Suhl hat es zum Erfolg geführt. Diese positiven Beispiele sollten noch mehr in den Medien veröffentlicht und hervorgehoben werden.

Heute hier in Suhl vertreten die Delegierten 162466 Mitglieder, davon 15194 Jugendliche. Diese sind in 19 Landes-, 342 Kreisverbänden und 4462 Ortsvereinen vertreten. Damit sind wir nach wie vor der größte Kleintierzuchtverband Europas, aber wir schrumpfen doch jedes Jahr auf Grund von Über-alterung der Vereine und zu wenig nachrückender Jugend. Die Möglichkeiten der Freizeitbetätigung unserer Jugend sind in den letzten Jahren auch vielfältiger geworden und dies dürfen wir nicht verkennen. Neue Ideen und Möglichkeiten zu entwickeln ist wiederum die Aufgabe des Öffentlichkeitsausschusses. Die Umsetzung der Maßnahmen in die Praxis muss jedoch  an der Basis geschehen, denn nur dort kann man neue Mitglieder gewinnen und für den Fortbestand der Vereine sorgen. Umso interessanter sich ein Verein in seinem Umfeld macht, umso größer sind die Chancen für die Weiterentwicklung der Vereine.

Aber auch andere Einflüsse sind nicht gerade förderlich für unsere Züchter. Bedenken wir nur an das leidige Thema Tiertransporte. Selbiger wurde eingestellt und soll nun nach vielen Monaten der Verhandlungen und Gespräche wieder ab diesem Monat laufen. Wie langsam die Mühlen teilweise auch da mahlen, zeigt, dass schon im Januar grünes Licht vom Bundes-ministerium gegeben wurde und es in den Ländern und Kreisen bis jetzt gedauert hat um fast allen Transportunternehmen die Genehmigung zu erteilen.

Auch die Maßnahmen nach den Geflügelpestausbrüchen im letzten Herbst waren nicht gerade förderlich für den Erhalt und die Weiterführung unserer Geflügelzuchten, gerade unseres Wassergeflügels. Man sollte doch nach der Notwendigkeit und nicht nach den Möglichkeiten handeln. Vielleicht sollte man sich auch einmal bei den alten Praktikern in der Veterinärmedizin Rat holen, zum Schaden wäre es sicher nicht. Die unterschiedliche Auslegung der Verordnungen in den einzelnen Ländern und Landkreisen zeigt ganz deutlich, wo man bereit ist Verantwortung zu übernehmen und wo nicht. Leider haben wir, wenn auch von vielen anders gesehen, keine Handhabe Entscheidungen der Amtsveterinäre anzufechten. Im Förderalismus ist jeder Amtsträger für sein Gebiet verantwortlich und damit Entscheidungsträger. Hier ist die Politik gefragt, Beschlüsse herbeizuführen, welche auch nachvollziehbar sind und wirtschaftlich vertretbar, wie man dies auch sehen mag. Es gibt gute Beispiele wo wir in Zusammenarbeit mit den Behörden Lösungen angestrebt und gefunden haben. Denken wir nur einmal an die Novellierung der Tierschutz-gesetzes oder der Baunutzungsverordnung. Letzteres hängt eng mit unseren allgemeinen Problemen zusammen. Immer wieder kommt es zu Nachbarstreits wegen Hähnekrähen oder auch gackern der Hühner oder das Gurren der Tauben. Viel Luft konnte aus den Klagen genommen werden, da die neue Gesetzeslage zu Gunsten der Kleintiererhaltungszucht ist.

Wenn es uns noch gelingt, dass wir kaum noch Klagen am Bundesehrengericht haben, so könnten wir viel ruhiger leben und unsere Zeit lieber unserem geliebten Federvieh widmen. Liebe Freunde, die Hoffnung stirbt zuletzt. Auch in unseren Sondervereinen gibt es immer wieder unnötige Auseinander-setzungen. Hier ist es wie in einer schlechten Ehe, gibt es Probleme, so rennt man auseinander und gründet Interessengemeinschaften usw. Ob dies der richtige Weg ist kann man nur bezweifeln und immer wieder hängt das ganze Geschehen mit Köpfen zusammen. Nur Geschlossenheit macht stark und weniger angreifbar, leider begreifen dies verschiedene Leute nicht.

Dass für Tierschutz und alle damit im Zusammenhang stehenden Fragen im Bund viel getan wird ist allgemein bekannt. Wenn wir heute zurückblicken, so ist enorm viel Aufwand dafür aufgewendet worden. Sehr viel hatte Michael Götz in den verschiedensten Anliegen Kontakt mit den Ministerien und Verwaltungen. Es zeigt sich immer wieder, dass nur durch sachliche Argumente und auch, wenn nötig, mit Nachdruck vorgebrachte Forderungen Erfolg haben. In den letzten Jahren ist dadurch ein vernünftiges Verhältnis zu den Ämtern entstanden. Eine hervorragende Werbung und Lobbyarbeit sind Fernseh-sendungen über und mit dem WGH. Dies ist Öffentlichkeitsarbeit pur und wer die Sendung über das, was alles aus Eiern schlüpft gesehen hat wird unsere Meinung teilen.

Großes haben die Fachverbände, welche nun dem Aufruf des VDT gefolgt sind, gemeinsam vollbracht. Zu allen Fachverbandsschauen finden nun Versteigerungen von hochrassigen Tieren zu Gunsten der schwächsten unserer Gesellschaft, den krebskranken Kindern, statt. Weit über 100.000  Euro sind dabei schon zusammengekommen. Dies gebührt Dank und Anerkennung.

Was wäre unser Bund ohne Jugend? Wenn wir heute Armin Gersitz verabschieden, so beginnt eine neue Zeitrechnung in der Bundesjugend. Wir hoffen und wir wünschen seinem Nachfolger Meinolf Mertensotto genau so viel Begeisterung und Freude an der Arbeit mit der Jugend wie sein Vorgänger und dass er die tiefen Fußabdrücke seines Vorgängers ausfüllt. Auf eine gute Zusammenarbeit freuen wir uns, alles Gute.

Viel wird heutzutage über die Leistung unseres Rassegeflügels diskutiert und dies zu recht. Leider wurde in der Vergangenheit von vielen Züchtern nur einseitig auf Schönheit gezüchtet und die Leistung vernachlässigt. Dies rächt sich, so dass die Folgen für die einzelnen Rassen nicht gerade positiv sind. Wenn heute, was zurzeit nicht so ungewöhnlich ist, ein Halter sich Rassehühner anschafft, so kann es passieren, dass dieser selbige nach kurzer Zeit wieder abschafft, weil die Leistung fehlt. Dies muss nicht sein, wenn alle nach den Prämissen von Zuchtbuchobmann Günter Wesch handeln, durch Leistung zur Schönheit. Dann wird auch die zurzeit gute Interessenslage bei den Haltern gefördert. Packen wir es an.

Die Vertreter der Politik möchte ich bitten, sich für die Belang unserer seit 1845 in Buchholz und 1852 in Görlitz begonnen Tradition einzusetzen und damit einen Anteil für den Fortbestand einer sinnvollen und erfüllenden Freizeitbeschäftigung zu leisten, denn auch gerade Thüringen hat in Sachen Geflügel sehr viel zu bieten. Sei es das Geflügelmuseum in Viernau oder die Landesschauen in Meiningen und in Erfurt.

Wollen wir alle gemeinsam noch zu meisternde Probleme lösen, den Zusammenhalt fördern und die Freundschaft unter den Züchtern Pflegen im Sinne unserer Züchter an der Basis.

Im Nahmen des Präsidiums wünsche ich alles Gute, beste Gesundheit und viel Freude am Federvieh

Themen: BDRG

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