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133. Deutsche Junggeflügelschau 2014 in Hannover

16.07.2015

© Mißbach

Präsidiumsmitglieder und SV-Verantwortliche am Stand der Rasse des Jahres, den Perlhühnern

Bildergalerie: 133. Deutsche Junggeflügelschau 2014 in Hannover

Nach Jahren, in denen in Hannover kleinere Brötchen gebacken wurden und eine Halle für die Präsentation der Tiere genügte, sorgten 2014 VHGW und VZV mit ihren angeschlossenen Verbandsschauen für eine aus früheren Zeiten gewohnte Meldezahl von über 19 000 Tieren. Nimmt man die Verkaufsschau mit rund 800 Tieren dazu, so wurde seit langem wieder einmal die 20 000er-Marke geknackt. Zahlen, die hoffen lassen, die aber auch voraussetzen, dass Fachverbände sich mit ihren Schauen in Hannover beteiligen. Doch das wird nicht jedes Jahr der Fall sein.

Glanzpunkte der Schau

Beschreibung: Der neue Vorsitzende des GZV Hannover, Olaf Metzner, führte erstmals durch die Eröffnungsveranstaltung © Mißbach Gleich im Eingangsbereich der Halle 4 setzte Hannover wieder Akzente. Für eine ansprechende Präsentation ist der Standort ja bekannt, doch man ist immer wieder überrascht, was sich die beteiligten Vereine einfallen lassen. Highlights waren das „Strandmotiv“ des RTZV Aller-Land und der beeindruckende Stand bzw. die Präsentation von 50 Stämmen des Chabo-Clubs. Wie im Vorfeld angekündigt, stand dabei die Frage „Wie sehen wir uns und wie werden wir gesehen?“ zur Diskussion. Der Chabo-Club, um seinen Vorsitzenden Manfred Bartl, rief hier zum Ideenwettbewerb auf. Jeder konnte dabei seine Gedanken über die zukünftige Gestaltung der Rassegeflügelzucht, aber auch des BDRG kundtun. Ergebnisse dazu werden sicherlich von den Verantwortlichen in naher Zukunft publiziert werden.

Weitere Höhepunkte waren natürlich die Siegerring-Wettbewerbe der Zwerg-New Hampshire mit 566 Tieren und der Zwerg-Wyandotten, gelb-schwarzcolumbia, mit 293 Tieren. Beide SV führten hier auch ihre HSS durch und erreichten Tierzahlen, die so im Vorfeld nicht unbedingt zu erwarten waren. Es verdeutlicht, dass der Siegerring bei den Züchtern einen hohen Stellenwert hat. Über beide Wettbewerbe und die Sieger werden in Kürze in der Geflügelzeitung ausführliche Berichte folgen.

Auch ein weiterer Wettbewerb setzte Glanzpunkte: Im „Großen Preis der Zwerghuhnzucht“ wetteiferten die Züchter der Zwerg-Italiener um hohe Ehren. Zum gleichzeitig begangenen 75jährigen SV-Jubiläum wurden 529 Einzeltiere und 18 Stämme präsentiert, ein in Hannover noch nie dagewesenes Ergebnis.

Etwas versteckt im hinteren Bereich der Halle 5, doch nicht weniger gelungen, wurde die Rasse des Jahres im BDRG, die Perlhühner präsentiert. Der SV hatte sich hier mit einer großen Voliere, 13 Stämmen in allen 9 anerkannten Farbenschlägen sowie 2 Paaren der wildlebenden und zum Ziergeflügel zählenden Verwandten (Helm- und Kräuselhaubenperlhühner), alles im Hintergrund dekorativ mit Afrikamotiven gestaltet, etwas einfallen lassen. 68 Einzeltiere in 7 Farbenschlägen vervollständigten den gelungenen Auftritt dieser besonderen Spezies im Reigen des Rassegeflügels.

Apropos Ziergeflügel – die kleinste Gruppe im BDRG war vertreten, aber lange nicht in einem repräsentativen Umfang. Neben den erwähnten Perlhühnern gaben 28 Volieren, überwiegend mit Wasserziergeflügel, einen nur kleinen Einblick über die in Züchterhand betreute Vielfalt der Arten.

Die angeschlossene 39. Bundeszuchtbuchschau konnte mit 94 präsentierten Stämmen einen Zuwachs zum Vorjahr verzeichnen und abermals die Leistungsfähigkeit unseres Rassegeflügels unter Beweis stellen.
Mit weiteren 40 Stämmen belegten die Preisrichter ihr Können in der 10. Dt. Preisrichterstammschau.

Die eigenständige Jugendabteilung verzeichnete in diesem Jahr mit knapp 800 Tieren wieder einen erfreulichen Zuwachs. Zudem nutzten einige Jugendliche die Möglichkeit, bei VHGW, VZV und Zuchtbuch im Reigen der Großen um Preise und Meistertitel zu konkurrieren.

Last but not least war der Dt. Junggeflügelschau wiederholt die LV-Schau Hannover angeschlossen. Was sich in den letzten Jahren bewährt hat soll fortgeführt werden, auch wenn diesmal zum Ärger der Verantwortlichen zur Schaueröffnung die Landesmeister nicht verkündet werden konnten, da die entsprechende Auswertung vom Dienstleister nicht vorlag.

Minister Meyer gab sich die Ehre

Als Schirmherr der Schau konnte zur Eröffnungsfeier der niedersächsische Minister für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung Christian Meyer begrüßt werden.

Erstmals führte der neue Vorsitzende des GZV Hannover, Olaf Metzner, durch die Veranstaltung. Neben den Minister konnte er vom Messevorstand Dr. Jochen Köckler sowie zahlreiche Funktionäre und Würdenträger unserer Organisation begrüßen, da­runter das gesamte Präsidium mit Christoph Günzel an der Spitze, den Vorsitzenden des VDRP, Dr. Günter Breitbarth, den Tier- und Artenschutzbeauftragten Dr. Michael Götz, die Vorsitzenden von VHGW, Michael von Lüttwitz, VZV, Karl Stratmann, und VZI, Willi Diekmann, sowie die anwesenden LV-Vorsitzenden.

Olaf Metzner nannte einige Höhepunkte der Schau und gab detaillierte Zahlen bekannt. Darüber hinaus bedankte er sich bei den Fachverbänden für die Beteiligung mit ihrer Verbandsschau, beim Aufbauteam um Fritz Helmut Mues und der Familie Glieche für die geleistete Arbeit, aber auch der Messe, der Fa. Schöneberg und zahlreichen Unterstützern der Schau sowie den Ausstellern für ihre aktive Beteiligung. Besonders erfreut zeigte er sich über den Anschluss der hannoverschen LV-Schau und die Versteigerungsaktion zugunsten der Kinderkrebshilfe.

Dr. Köckler beglückwünschte in seinen Grußworten die Verantwortlichen zu diesem sehr guten Meldeergebnis. Er betonte, dass die Dt. Junggeflügelschau die zweitälteste Veranstaltung auf dem Messegelände sei und 1948 erstmals hier ausgetragen wurde. Parallel fanden am gleichen Wochenende weitere Messen und Kongresse statt. Wegen dieses allgemein guten Zuspruches in Hannover werden derzeit auf dem Gelände zwei weitere Hallen gebaut.

Beschreibung: Die Erringer der Siegerringe (v.l.) Peter Schmack (2.), Ewald Schmidt (1.) u. Frank Baumgarten (3.) mit Karl Kahler, Egon Dopmann, Dr. Günter Breitbarth, Christoph Günzel u. Karl Stratmann (h.v.l.) © Mißbach Präsident Christoph Günzel zeigte sich beeindruckt vom guten Meldeergebnis, was an herausragende Ausstellungen früherer Jahre in Hannover anschließt. Dies gilt es aus seiner Sicht zu erhalten und zu festigen. Auch mit so besonderen Aktionen wie der Zuchttierversteigerung von VHGW und VZV zu wohltätigen Zwecken.

Weiter überbrachte er die Grüße des Bundeszuchtbuch-Obmannes Günter Wesch, der aus familiären Gründen entschuldigt war, und stellte die Bedeutung der Zuchtbucharbeit bzgl. Erhaltung der Leistungseigenschaften heraus.

Wie üblich nutzte er den feierlichen Rahmen, um verdienstvolle Züchter zu ehren. Goldene Bundesnadeln erhielten Helga Daus, LV Hannover, Hans Layes, LV Rheinland-Pfalz, und Wilfried Lattorff, LV Berlin & Brandenburg.

Eine besondere Ehrung wurde Rudi Möckel zuteil. Für seine jahrzehntelange he­rausragende Arbeit in BZA und Satzungskommission wurde ihm vom Präsidenten mit einer würdigenden Laudatio der Ehrenring des BDRG verliehen.

Rudi Möckel bedankte sich sichtlich gerührt für die herzlichen Worte, aber auch seinen Weggefährten und Mitstreitern in den Gremien, Verbänden und vor allem im BZA, ohne die eine solch erfolgreiche Arbeit nicht möglich gewesen wäre.

VHGW-Vorsitzender Michael von Lüttwitz richtete seinen Dank an alle Aussteller, die 6 500 Tiere aus dem VHGW-Bereich in Hannover präsentierten. Er dankte aber auch der Ausstellungsleitung für die
„Erlebnisschau“. Gelingt es doch, in Hannover immer wieder Glanzpunkte zu setzen.

Mit Bedauern wies er aber auch auf die Bedrohung alter und seltener Rassen hin. Aufgabe des BDRG ist es ein weiteres Rassesterben zu verhindern. Eine wichtige Rolle spielen dabei die Behörden, die mit ihren Gesetzen und Auflagen derzeit das Rassesterben fördern. Hier forderte er einen Abbau bürokratischer Hürden, um dem entgegen zu wirken.

VZV-Vorsitzender Karl Stratmann zeigte sich über das Gesamtergebnis, das an die großen Zeiten Hannovers erinnert, sehr erfreut. Mit 9 500 Zwerghühnern bildete die Dt. Zwerghuhnschau einen wesentlichen Bestandteil der Schau und war zum vierten Mal in ihrer Geschichte in Hannover angeschlossen. Glanzpunkte setzten dabei die beiden Siegerring-Wettbewerbe und die Präsentation der Zwerg-Italiener. Darüber hinaus erinnert der VZV im Eingangsbereich der Schau und im Katalog an Fritz Held, ein langjähriges Vorstandsmitglied des VZV und Züchter von Sebright, dessen Geburtstag sich 2014 zum 100. Mal jährt.

Karl Stratmann mahnte aber auch, mit einer abgestimmten Großschauplanung den diesjährigen Erfolg für die Zukunft zu sichern und zeigte die Bemühungen des VZV zu diesem Thema auf.

Vor Bekanntgabe der Sieger im Großen Preis der Zwerghuhnzucht (sh. Kasten S. 27) verwies er auf die Versteigerung am Sonntag und dankte den Züchtern, die Tiere bereitgestellt haben. Abschließend nutzte er die Eröffnungsfeier um ein Hannoveraner Urgestein zu ehren: Jürgen Brunngräber, langjähriger Vorsitzender und jetziger Ehrenvorsitzender des GVZ Hannover, wurde ­unter großem Beifall zum Meister der Deutschen Zwerghuhnzucht ernannt.

Für den LV Hannover begrüßte der 2. Vorsitzende Alfred Karl Walther die Gäste, dankte den Fachverbänden für den Anschluss ihrer Schauen und dem Team des GZV Hannover für die gute Arbeit. Er lobte die gelungene Gestaltung „von Afrika (Perlhühner) bis zur Nordsee (RTZV Aller-Land)“ und hob die Bedeutung Hannovers als internationalen Treffpunkt der Züchter hervor.

Aus terminlichen Gründen wurde die Schaueröffnung durch Minister Christian Meyer vorgezogen. Er begrüßte die Gäste in Niedersachsens Metropole herzlich und lobte die Bemühungen der Züchter in ­Sachen Tierschutz, Rasseerhaltung und ­Jugendförderung. Aber auch sein Ministerium zeigt ein Herz für die Kleintiere. So erfolgte kürzlich eine Einigung mit dem Bauministerium über mobile Hühner­ställe, die bis zu einer festgelegten Größe genehmigungsfrei werden. Darüber hi­naus existieren in Niedersachsen Zucht­ringe für heimische bedrohte Rassen, die er als bedeutend für deren Erhalt betrachtet. Seine weiteren Ansichten, wie „der Hahnenschrei gehört zum dörflichen Leben“ und „das Hobby soll Freude machen und nicht zu viele bürokratische Hürden mit sich bringen“, fanden natürlich bei den Zuhörern großen Anklang und wurden mit Applaus honoriert.

Im Anschluss ergriff Jürgen Brunngräber das Wort, um allen Weggefährten in seiner 20jährigen Amtszeit zu danken. Er gab einen Rückblick über die Geschichte der Dt. Junggeflügelschau in seiner Zeit als Schauleiter, dankte seinem Nachfolger für dessen Engagement und wünschte ihm für die Zukunft alles Gute. In seinen Dank schloss er alle Förderer der Schau ein, hier vor allem Friedrich-Wilhelm Schöneberg, der seit Jahren die Schau mit nicht unerheblichen Mitteln fördert. Kritik übte er abschließend an der Stadt Hannover, da schon seit Jahren kein Vertreter mehr an der Eröffnungsfeier teilnimmt.

Seinen Vortrag über die Zukunft der Rassegeflügelzucht stellte Manfred Bartl unter das Motto „Leben und Arbeiten im Jahre 2030. Darin skizzierte er die jetzige Situation und kritisierte, dass wir in der Gesellschaft zu wenig wahrgenommen werden, obwohl über 160 000 Mitglieder einen nicht unwesentlichen Anteil daran darstellen. Hier gilt es für unser Tun Anreize zu setzen, die mehr Menschen dafür begeistern, das Image zu verbessern und Chancen zur Darstellung zu nutzen. Ein wichtiger Punkt ist aus seiner Sicht, dass die Menschen zukünftig immer älter werden und mehr Freizeit haben, die es sinnvoll auszufüllen gilt. Warum nicht mit Rassegeflügel? Doch dazu gehört auch, dass wir zu einer Schaupräsentation kommen, die Menschen begeistert. Abschließend lud er alle Gäste ein, in den nächsten Tagen den Chabostand zu besuchen, um hier ihre Meinungen zu äußern, zu sammeln und Ideen auszutauschen.

Höhepunkte am Sonntag

Wie von den beiden Verbänden gewohnt, fanden am Sonntag die Ehrungen der Sieger statt (Ergebnisse sh. Kästen S. 27/28). Der VHGW kürte dabei seine Champions, der VZV zeichnete die Aussteller der Siegerkollektionen aus. Werden letztere informiert, ist es beim VHGW immer ein Lotteriespiel, ob die Züchter der Champions auch da sind – und wie immer waren einige nicht da. Doch nur wer anwesend ist, kommt auch in den Los­topf für das Super-V, das diesmal an Rolf Scheidweiler mit seinem Rote-Liste-Stamm schwarzer Puten ging.

Beschreibung: Die Verbandsvors. Michael von Lüttwitz (l., VHGW) und Karl Stratmann (r., VZV) freuten sich mit Bärbel Dütemeyer von der Deutschen Kinder-Krebsstiftung und Auktionator Hans Trinkl über die ersteigerte Summe © Mißbach Im Anschluss startete die viel beachtete Versteigerung von 12 Zuchtstämmen (je 6 von VHGW und VZV), hervorragend moderiert und gekonnt an den Mann gebracht von Hans Trinkl, selbst aktiver Züchter von Niederrheinern. Mit 700 € standen die Bronzeputen von Heinz Grundmeier am höchsten im Kurs. Insgesamt standen am Ende 3 870 € zu Buche, über die sich die anwesende Vertreterin der Dt. Kinderkrebsstiftung, Bärbel Dütemeyer, sehr freute.

Die Versteigerung bildete den gelungenen Abschluss einer sehenswerten Schau, die Hoffnung auf bessere Zeiten in Hannover macht. Doch im nächsten Jahr heißt es sicher wieder kleinere Brötchen backen, wenn lediglich das Zuchtbuch seine Verbandsschau anschließt. Für VHGW und VZV geht der Blick nach Dortmund, wo 2015 kurz vor Weihnachten das nächste gemeinsame Event ansteht.

Bildergalerie: Spitzentiere in Hannover

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